Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- Heft 1 (April 1913)
- Article
- Die Erstarkung der westlichen Jüdischkeit
- Date
- 1913-04-01
- Page
- Seite 13 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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13 zu ihr führt, oder ob die neuen Wege ausserhalb der Bahn des Zionismus liegen. Nur das wissen wir: Die neuen Wege weisen zum Volke hin, zum lebenden, gegenwärtigen, ewigen. Von ihm, von diesem gewaltigen Organismus, nicht aber von den Wünschen und Träumen einer peripheren Kaste wird die wachsende Jüdischkeit des Westens Ausgangs- und Zielpunkt ihrer Erkenntnisse und ihrer Voraussetzungen nehmen. Wir sehen einzelne, sehr wenige den neuen Wegen zustreben. Und mehr noch, die wohl fühlen, dass sie zu suchen sind, aber sich sträuben aus Angst vor geistiger Häutung und dem Umlernen. Sehen die Vielen, deren Geist sich ewig auf ausgefahrenen Gleisen bewegt, und dessen nicht müde wird, — Wir aber handeln, und schlagen dem Westen durch alles Gestrüpp und die dornigen Hecken seiner Parteien breite, helle Wege zum Volk. Ein Dokument der Assimilation. Von Ludwig Strauss (Franz Quentin). Im Dezemberheft der »Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands« veröffentlicht Julius Bab zum zweiten Male seinen Artikel »Der Anteil der Juden an der deutschen Dichtung der Gegenwart«. Diesmal vor einem ebenso wichtigen wie leicht zu beeinflussenden jüdischen Publikum, vor unserer Jugend. Schon dies macht eine prinzipielle Entgegnung notwendig; aber ganz abgesehen von seiner Wirkungsmöglichkeit ist dieser Aufsatz eines mit Recht angesehenen jüdischen Schriftstellers so bezeichnend für die kulturelle Lage der Juden in Deutschland, daß er eine eingehende Betrachtung \ erdient. Die Grundlage, auf der Bab aufbaut, ist der Glaube an die Existenz einer jüdischen Rasse innerhalb des deutschen Volkes. Diese Rasse müsse, »völlig ins innere Getriebe der deutschen Literatur aufgenommen, doch immer ihre besondere, irgendwelche Spannungen erzeugende Eigenart innerhalb des größeren Ganzen behalten«. Wir werden also