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Die Freistatt · 1914-07-01 · Heft 4 (Juli 1914) · p. 233

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Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 4 (Juli 1914)
Article
Notiz zum Schaffen Oskar Baums
Date
1914-07-01
Page
233 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Ma* ßrod, Notii zum Schaffen Oskar Bau mit IUI iv^lt'^H i ^ItlJlltttl^NU MMf^HIIM M IltllMIllHIS I |}UIMsMU10^r>t}iStl3illl I^IIH^ilMl^tllJllMIll IIIIM1 MJHlltll^J 1101 IHJJl IltftMetlMlIEM^lirHiaHIMl^UIMII^III^IIlttf^? beliebige reliefartige Räume setzt (die meisten Erzähler kranken au solchen Mattigkeiten), sondern eine tüchtige Räumlichkeit mit vielen Türen, Treppen auf und ab, langen Gassen, die wirklich in einander führen, nicht durch breiartige Häuser an einander vorbeiirren wie zittrige Linien, mit Höfen und richtigen Hof- Zimmern, aus denen man wirklich hinübersieht. — Sein hierauf entstandener Roman »Das Leben im Dunkeln«, der das Erziehen, Erzenen werden und die Sehnsucht nach besserer Erziehung in einem Blindeninstitut darstellt, ist ein Meisterwerk körperlich raumhafter Darstellung. Man sieht das ganze weitläufige Areal vor sich, Garten, Werkstätten, geheime Zugänge, Direktion, Schule, zahllose Zimmer und den übersinnlichen Zusammenhang in all dem, den kein Situationsplan darstellen kann. Man wird mich hoffentlich verstehn. Unter Raumhaftigkeit tat hier nicht das Dreidimensionale allein verstanden. Sondern aus jedem der zahllosen Zimmer tritt ein Mädchen oder ein Knabe, frische und edle oder verstockte, heuchelnde Jugendherzen, — und auch diese Verwirrungen, von des Dichters sicherer Hand beherrscht, gleiten nicht im Brei aneinander vorüber, sondern stehn in ihrem Seelenraum, haben Luft zwischen einander, schreiten aufeinander zu oder stoßen einander ab. Nochmals sei es gesagt: in der Ausgereiftheit und reichen Fülle menschlicher Beziehungen zeigt sich Baums schönste Kunst, in diesen Durcharbeitung und Festigung, deren polarer Gegensatz etwa das Schema ist, mit dem katholisierende Symboljuden uns gegenwärtig nach blutleerem, neufranzösischem Muster zu langweilen beginnen. — Baums kraftvoller Reichtum konnte es wagen, in seinen weiteren Romanen »Memoiren der Marianne Rollberg* und »Die böse Unschuld* eine ganze Stadt, ein ganzes Sommerfrischendorf zu umspannen. Die Typen bilden sich ihm von selbst, denn sie entstehn ihm aus der Uberfülle, nicht (wie bei jenen) aus der Angst vor dem Material. Wenn es ein Grundzug der jüdischen Seele ist, ihre Eigenart nicht in weltferner Abgeschiedenheit und Einsiedelei, sondern im Kampf mit tausend entgegenströmenden grobmateriellen Einflüssen Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker

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