Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1914)
- Article
- Die Auseinandersetzung mit der Assimilation
- Date
- 1914-07-01
- Page
- 219 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Vrkm MorcUehai Kittifmfttttt, Dt« ÄuiH»a«Lfi<!«r««tjeujatf| mit der AstttmiLfttUm fit ^mmmiWimjjmmfmiMfmiSmW *# %u betonen, daß jene die Gleichsetzung des Zionismus mit der nationalen Idee, die Verengerung der nationalen Bewegung zur g&icmiätischen Partei wie selbstverständlich übernahmen. *Gleich bei Beginn des erwachten Lebens (d. i. hier Herzls Auftreten, i\ M, K.) ertönten neue Lieder, von ganz anderer Warme und Ißbrunst als die altgewohnten — und das jiddische Lied, das tsnzige (!) was wir an Volksliedern besitzen, drang in weitere Kreise.« Wenn ein Mann wie Calvary, den der deutsche offizielle Zionismus als seinen Theoretiker ansieht, noch jüngst im Buch Vom Judentum« derart ostjüdische Geschichte konstruieren konnte, damit das lapidar Abstrakte seiner Vorstellungen über das Volk «sorglos verratend, — wie naiv und einfach erst mußte sich da einer die Dinge vorstellen, der,, klein, jedoch gut geschlossen die zionistische Organisation als einzige von den neuen Erscheinungen im nationalen Judentum lebhaft und, als ob das lebendige Volk gie allein sich zum Sachwalter bestellt, anspruchsvoll geschäftig vor sich sah. Daß dann die offizielle zionistische Agitation sich mühte, jenen Eindruck zu verstärken und immer wieder das als die Leistungen des Zionismus ausgab, was Werk des Volkes und Macht der großen nationalen Idee war, wird niemanden Wunder nehmen. Mit dem allem aber ist jenes Judentum, das sich bereits für ein leichtes und unbemerktes Dahindämmern und Sterben installiert hatte, von folgenreichster und es grausam wachrüttelnder Erkenntms verschont worden, Noch heute wissen seine Anhänger nichts davon, daß das Große, was seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in den bis dahin durchaus assimilierten Oberschichten vor sich geht, nichts geringeres ist als das in seinen Dokumentierungen noch so trübe, aber seinem 'Wollen nach gar nicht mehr zu verkennende Ringen der Menschen des ewigen bergeversetzenden jüdischen Ethos gegen die, welche ängstlich über ihre jüdische Seele fremde Zweckmäßigkeiten herrschen lassen. Sie wissen nicht, daß auch über sie ein neues Schicksal aufsteigt, und daß die nationale Idee es ihnen bringt, — sie können es nicht wissen, weil ihnen niemals bisher diese Idee in ihrer Reinheit, mit ihren zwingenden Postulaten und von allem Beiwerk frei entgegentrat. Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker