Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1914)
- Article
- Die Auseinandersetzung mit der Assimilation
- Date
- 1914-07-01
- Page
- 216 (sequence 1)
- Language
- German
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SIC Prit* Mordcehat Kaufmann, Di« AusemantleröCt-cung mit der AnAimilatton IltmilHHMHIHHIlffllMtniHWIMII^ DIE AUSEINANDERSETZUNG MIT DER ASSIMILATION DASS unsere urewigen nationalen Ideen wieder in einem Ge~ schlecht kongenialer Juden Verwirklicher fanden und sich nach mannigfachen Richtungen hin bedeutungsvoll und sieghaft in dem breit strömenden Lehen ankündigen, das sich uns als Aufstieg des Volkes heute am vernehmlichsten, wenn auch keineswegs seine so schwer zugänglichen Gründe aufweisend in dem flattrig-bunten Wirrwarr von Schlagworten und Programmen, und, auch hier noch durchaus oherflächenhaft, in dem geschäftigen Tun der nationalen Parteien zu erkennen gibt — dieses denkwürdige und den darum Wissenden, wie eine verklungene, kaum mehr wahrscheinliche Verheißung beglückende Schauspiel geht nunmehr länger als die lange Zeit eines halben Jahrhunderts vor sich, ohne im Westen, ja ohne auch nur in nennenswert weiten Kreisen ost~ jüdischer Intellektueller anders als in der Lockerung einzelner, oft nebensächlicher und nur den bequemen Sinn der Zeitgenossen wichtig dünkender Szenen bemerkt worden zu sein. Trafen derart und aus einer Folge von widerwärtigen Bedingt* heiten — sie haben ihre zentrale Ursache in der jüdischen Intellektuellen beispiellosem und radikalem Abgerissensein von allem jüdischen Massenleben — die nationalen Ideen allgemein die jüdische Intelligenz bis um die Jahrhundertwende nachhaltend in nur einer der weit auseinanderstrebenden Bewegungen, die doch von ihnen dem Leben trotz allem Widerstreben der Materie entbunden worden waren, so ist es nicht weiter verwunderlich, daß sie es sich in dem dazu auch örtlich abgerissenen Westen zufügen lassen mußten, bis heute über einem dieser doch nur in ihrem Dienst seinsberechtigten Zweckgebilde vergessen zu werden, das j Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker