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Die Freistatt · 1914-07-01 · Heft 4 (Juli 1914) · p. 198

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 4 (Juli 1914)
Article
Die jüdische Tragödie
Date
1914-07-01
Page
198 (sequence 6)
Language
German
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Ift ArsoJd Zweig, Die jüdische Tragödie NtHtttHttHflttm^ wetter noch mal! Was machst du denn da, du Sau! Wer hat dich denn das geheißen, wie? Wie heißt du? schnell! Das Mädchen: (ängstlich) Solymosi Esther . . ♦ Verzeihen der gnädige Herr Baron v* Onody . . . v- Onody: Maul halten? Wem gehören die Krehse da im. Wasser? Esther: * . . dem. gnädigen Herrn Baron v. Onody . . . v, Onody: Hast Angst jetzt, gelt? Ja, mir gehören sie. Und wenn du mitnimmst, was mir gehört, was ist das? Na, los doch, hasts doch heim Pfarrer gelernt. Esther: . . . Stehlen . . . v. Onody: Jawohl, stehlen ist das. Und was kann ich jetzt mit dir machen? Einsperren laß ich. dich, wenn ich jetzt will! Esther: . . , Gnädiger Herr . . J (Sie weint vor Angst). v. Onody: Na, so schlimm wollen wirs nicht machen. (Die Büchse an einen Baum lehnend) Bist ja eine hühsche Dirn, und die gehören anderswohin als ins Loch. Nun hör auf, ich tu dir nichts, diesmal (ihre Brust umfassend). Bist wahrhaftig hübsch, Mädel! Einen Kuß hab ich mir doch verdient, wie? (küßt sie) Hast schon einen Burschen? Esther: (schüttelt den Kopf). v, Onody: Warum nicht? Zu arm? Da kann man ja abhelfen, ^Wie alt bist du denn, Esterka? Heißt doch Esther, hast du gesagt. Verfluchten Judennamen schleppst du da mit dir. Na, wie alt? Esther: * . . siebzehn* Allerseelen werd ich achtzehn. — — — — ~ — — Ein Schweigen* — — — — — — — v. Onody: Komm mal mit; ich hab da eine Tasche, die kannst du mir tragen, aufs Gut, nicht schwer . . . (geht voran m den "Wald; sich umdrehend) komm, komm schon! (verschwindet). Esther: (folgt zögernd) Ja . . . ja, Herr . ♦ . (folgt ihm ins Dickicht Nach einem kurzen Schweigen hört man sie laut) Nein! Nein Herr! (schreiend) Nein! Nein! Hil . . . (der Schrei bricht ab, zugleich von Onodys Stimme): Aas! wirst du, wirst du . . . ______ — Ein Schweigen. — — — — — — — v. Onodys Stimme: Aufstehn. Steh auf. Aufstehn! . . ♦ Esther, Esterka, steh doch auf. Ich gebe dir Geld und ein seidenes Tuch Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker

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