Die Freistatt
- Journal
- Die Freistatt
- Volume
- 2 (1914)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1914)
- Article
- Die jüdische Tragödie
- Date
- 1914-07-01
- Page
- 196 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Iii Arnold Zweig. Die jüdisch« Tr&godi« Ifltti^^^^ Satan: Nie endet die Zeit Nie das Leid. Nie kommt der letzte Maaehiaebu der n*ich tötet und nicht ich ihn. Keiner hielt 0tand! Ich trotze dir! Ich trotze dir! Nie kehrt die Schechina zurück zu dir! Die Stimme: Knecht! (Satan fallt auf sein Gesicht.) Das Herz meines Volkes soll erglühen in Läuterung. Die Funken der Seelen aollen aufsteigen, sie sollen Maschiach rufen im Sturm der Verzweiflung. Bringe die Lüge des Blutes über die Häupter Israels, und diene, Knecht! Satan (auf den Kmeexu tief geneigt, breitet die Arme empfangend und ergeben aus). ii Eine Straße an einem Strom m Ungarn. Waid und Gebvusch tritt an den "Weg heran, der am Ufer entlang geht. Freitag nachmittag, die Sonne hegt breit auf dem schnell ziehenden Gewässer und auf den hellen grünen Buschen, den Blumen und den dichten Baumen/ denn es ist Frühling. Zwei Juden kommen den ^Veg entlang; sie setzen ihre Hausierpacke ab, die sie auf dem Rucken tragen, und ruhen aus. Der erste Jude 0izchok Leim, em alter Mann^, mit dem Kaftan bekleidet, hohe Stiefel an den Beinen, mit grauem Bart und Schlafenlocken): Wir haben noch Zeit. Noch drei vier Stunden bis Lichterzünden* Der zweite (gekleidet wie jener, aber junger): Die Tage sind lang genug, aber das Geld ist desto kürzer* Schwarze Tage, Reh Jizchok! Die Bauern hetzen die Hunde und die Knechte werfen mit Erdbrocken. Der erste: Sind doch wenigstens keine Steine, und die Theiss hat Fische genug für Schabbos-* Abend. Man muß zufrieden sein. Ihr mit eurem jungen Rücken! Der zweite: Ihr werdet das da auch noch weiter tragen können als bis Tisza Eszlar, Reh Jizchok — eure Schultern, unberufen . . . ^Venn bloi? Pe#ach vorbei war! Meine Lippen sollen nicht zum Bosen reden — was für Zeiten, mein Gott * .; Der erste: LaJ? die Leute schrein und die Hunde knurren. Besser sie kaufen uns ab mit Schimpfen, als sie kaufen nicht mit Originals by courtesy of Dr. Anatol Schenker