Mannheim
Compact Memory

Die Freistatt · 1914-07-01 · Heft 4 (Juli 1914) · p. 194

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Freistatt
Volume
2 (1914)
Issue
Heft 4 (Juli 1914)
Article
Die jüdische Tragödie
Date
1914-07-01
Page
194 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3119801-3119814-3119818-3119841--1686-3119873
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

!f4 hrm&li Zweig, Öie jWinckc Trag#<Ü# |»Ml#fi§$*;^ ERSTER AKT i. Vor dem Timme des Elokim, in emcm ganz leeren Raum durckstromt vom weitem straklendetn Lickt, steht Semael, der Satan, sekwarz und trotzig, fledermausflugelig und gestutzt auf einen Stak; das Haupt gesenkt sprickt er laut vor sich km, und von weit und oken antwortet ikm die Rede Gottes, Die Stimme des Elokim: Ick rufe dich, Semael* Der Satan: In den Tiefen Ge-Hinoms vernahm ick deinen Ruf, auf goldenen Flügeln erkrauste er. Ick trotze dir, ick stehe vor dir Haupt geneigt aker mit starrem Rücken — Hai? fraß mein Blut wider deinen Zwang: aber ich kam, denn die Herrschaft ist dein. Stimme des Elohim: Ich sehe die Glorie meines Hauptes in ihrer Verkannung; ich sehe ganz fern ihre irrenden Augen erhoben zu mm Da entbrennt mein Herz in Sehnen, da recke ich die Arme sie zu trösten und ihr zu winken* Es ist die Weile, sie zu nähern. Du aber bist der Engel des Antriebs in dieser Zeit. Semael: Was gabst du sie hin an die Dinge, da Du sie machtest? Und zu was Ende schufest du, Unbegreiflicher, die Welt? Einsamer, der du erhöht saßest über strahlender Leere, eins mit dir und so groß, daß ich mich davor entsetze: was teiltest du dich aus an uns? Warum bin ich, erst dein Licht und dein Schatten nun? Und was soll dir der elend stammelnde Mensch? Die Stimme: Welt ist mein Weg zu mir, und Mensch ist der Weg der Welt zu mir, Semael: Der Mensch? Zwitter von Dunkel und helL das frierende Tier, das sein Gesicht dir hinhält hilflos wie ein Gefäß? Die Stimme: Semael, der mir am hellsten zujauchzte in den mächtigen Tagen, da die Kreise des Seins sich umeinander bogen, der lobsingend ihren Sinn sah klarer als die Cherubim, siehe, es geht kein kleines Ding der offenbaren Schöpfung mehr ein in dich. Semael: So sage mir den Menschen! Sage mir, warum du mir teil ließest an ihm allein von dem oberen Reich! Die Stimme: Der Mensch ist gesandt, mich zu einen mit meiner

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.