Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Das Problem jüdischer Staatswerdung in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 354 (sequence 25)
- Language
- German
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jetzt der Gedanke, die Bevölkerungen durch Umsiedelung auseinander zu schieben, deshalb der Wunsch der Juden, den so gut wie leeren Negew zu erhalten. Neben diesem Problem stehen die Fragen innerer Ordnung. Ein Gerichtssystem, alle Verwaltungsdienste müssen geschaffen werden, die Frage der Wehrmacht wird ihre Rolle spielen, vor allem wird auch die Wirtschaftspolitik wichtig sein. Soll ein einheitliches Wirtschaftsgebiet zollpolitisch zerrissen, sollen verschiedene Währungen bestehen oder wird es hier als Auflage vor oder bei der Errichtung des Staates zu Konventionen kommen? Manches davon mag leichter Zustandekommen, wenn der etwaige arabische Teilstaat zeitlich nach dem jüdischen in die Wirklichkeit tritt. Man sieht, wieviele Faktoren an der Neuregelung mitzuwirken haben. Juden und Araber müssen befragt werden, England muß sich mit beiden ins Benehmen setzen. England muß etwaige Bedenken Amerikas aus der Welt schaffen, der Völkerbundsrat muß einstimmig zustimmen. Das englische Parlament wird auch sein Wort in die Wagschale zu legen haben. Die Judenfrage — die Frage des Judenstaats — ist eine im eminentesten Sinne internationale Frage. Eine Welt ist beteiligt, wenn das in der Welt verstreute Volk seinen Mittelpunkt wiederfinden, zum Zeichen zurückkehren soll. 354