Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus der Frühzeit Robert Remaks
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 9)
- Language
- German
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an diese Universität abgelehnt.-Wie unrichtig diese Angabe ist, ergibt sich schon aus der Antwort der russischen Regierung auf das Schreiben Humboldts an den Grafen von Uwaroff, den Präsidenten der kaiserlich russischen Akademie in Petersburg, worin die von Humboldt angeregte Berufung Remaks auf den damals gerade freien Lehrstuhl für Physiologie an der Universität Wilna, wegen der Zugehörigkeit Remaks zum Judentum, glatt abgelehnt worden war. Mit allen diesen zahlreichen unzutreffenden Gerüchten um Remak räumt Dr. Adam Wrzosek, Professor der Geschichte der Medizin an der Universität Posen, in seiner eingangs erwähnten Abhandlung (s. Anm. 3) gründlich auf. Er weist darin, auf Grund der Akten der medizinischen Fakultät der Jagiellonischen Universität in Krakau, die bis dahin unbekannte Tatsache nach, daß an Remak im Jahre 1850 ein Ruf nach Krakau als ordentlicher Professor der pathologischen Anatomie und der Semiotik ergangen sei. Wrzosek druckt auch die Antwort vom 28. November 1850 ab, in der Remak für das ihm erwiesene Vertrauen dankt, den ehrenvollen Ruf aber ablehnt. Er erklärte sich jedoch zugleich bereit, einen durchaus geeigneten andern deutschen Mediziner als Ersatz vorzuschlagen, wenn die Fakultät— in Ermanglung geeigneter polnischer Kandidaten - von ihren polnischen Sprachanforderungen Abstand nehmen sollte. Der Hauptgrund seiner Ablehnung 294