Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus dem Briefwechsel Steinheim - Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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wenn er auch nicht mehr von Ihnen hat, als den verehrten Namen. Hätte er mehr, was ich aus jener Dedikation schließen muß, um so besser! — Mir hat der Herr Samuel Hirsch ein nicht säuberliches Kompliment ad modum Minelli,2) das will sagen in Hegelscher Manier und Ausdrucksweise, geschnitten, indem er von mir behauptet, ich hätte die Gutmütigkeit (i. e. die Einfalt oder Dummheit) gehabt, den Glauben Israels mit dem Unverstand zu identifizieren. Nach diesem tut es mir leid, daß ich den Fritz Naseweiß so säuberlich studiert habe, um mir dies Kompliment von ihm zu holen. Noch mehr leid ist’s mir aber, daß ich Herrn Geiger eine Kritik jenes Werkes angetragen. Was raten Sie mir zu tun, wenn etwa Geiger dies Anerbieten annimmt?3) Ich kann seine Anwendung Hegelscher Kategorien auf die Offenbarungslehre nicht approbieren und möchte jetzt nicht tadeln, was ich nicht loben kann, weil ich sehe, daß ich es mit einem ziemlich frechen Bürschchen aufnehmen müßte und nichts mehr scheue, als solche Ritter an mir ihre Sporen verdienen zu lassen.4) Der Sache zum Dienst müßte ich reden; der Person zum Dienste muß ich schweigen. Innerhalb unserer gelehrten Welt will ich nicht noch mehr Anlaß zu Streitigkeiten geben, die schon vorher da sind, als gut und mir lieb ist. Für die Bekanntschaft mit Herrn Asher sage ich Ihnen den verbindlichsten Dank, einen um desto verbindlicheren, als ich nicht imstande bin, Ihnen Gleiches mit Gleichem zu erwidern. Ich schmachte 18*. 275