Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus dem Briefwechsel Steinheim - Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 15)
- Language
- German
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seres Obdaches sucht. Ist auch der Schatten in unserer Zivilisation von demselben Werte nicht als im heißen und baumlosen Arabien. Es ist daher nicht des Gastes Sache zu danken und für die freundliche Aufnahme den Gastwirt zu loben, es ist vielmehr des Gastfreundes Pflicht, sich gegen den lieben und teuren Gast als Schuldner zu beweisen und für die Mühe zu danken, die jener sich in den Reisebeschwerden nicht verdrießen ließ, dem ruhig Daheimbleibenden einige Tage der Erheiterung, eine fröhliche Unterbrechung des einförmigen Alltaglebens zu bereiten.1) כי על כן באו בצל קורתי Es ist halt viel Unruhe in dem Reich des religiösen Lebens und eine Reaktion der gleich, die uns Ranke in seiner Geschichte der Päpste beschreibt: nicht ante portas, sondern in urbe. Nach der Kirchenzeitung regt sich die katholische Kirche an allen Enden.-In der Synagoge Hamburgs ist ein ähnliches Schisma wie in der protestantischen Kirche wegen des neuen Gebetbuches, in welchem einige Hauptdogmen von dem orthodoxen System abweichen sollen, wie auch eben heute ein Protest un- §eres Oberrabbiners es erhärtet, der sich bisher noch fern von Streitigkeiten zu halten versucht hat. Es gärt überall; wird’s Wein oder Essig? Ich halte dafür, daß es mit dem religiösen Wesen eine ähnliche Bewandtnis wie mit den Epidemien hat; sie haben beide ihre Kuriosität und folgen organischen noch ungekannten Gesetzen der Periodizität.2) Es. ist die Influenza der Frömmigkeit 262