Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Aus dem Briefwechsel Steinheim - Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 10)
- Language
- German
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gion, wenn auch anderseits nicht die absolute Verständlichkeit, doch hinlänglichen Verstand zutraut, um fürs erste ihnen willig Gehör zu schenken. In mehreren Schriften habe ich schon den Versuch gemacht, die Religionswächter, und namentlich die gebildeten darunter, von dem Werte und dem Ernste der Sache zu überzeugen; und diesen gegenüber, den Frommheiligen, Schale und Kern zu unterscheiden und in ein richtiges Verhältnis zueinander und zur Gegenwart zu stellen. Glauben Sie nun, verehrter Freund, daß meine Ansichten die richtigen seien, daß es an der Zeit ist, teils zur Quelle zurückzuschreiten, um dort das reine Wasser zu schöpfen, teils vorwärts zur Miindüng in den Ozean der allgemeinen Sitte und Rildüng, so möchte ich nur zu gern, daß sich unsere beiderseitigen Kräfte zu einem, solchen Unternehmen zum Heile des Ganzen und zur Führung an die lauteren Quellen des wahren Geistes unserer Religion, besonders aber zur Erkenntnis ihrer AusfHisse in die vielfachen Strömungen und Richtungen in der menschlichen Gesellschaft, vereinigten. Durch gar manche Anzeichen bin ich (und ich glaube nicht, daß ich mich täusche) der Überzeugung, daß sich in unserer Gemeinde der Mendelssohnsche Rationalismus ebenso überlebt habe als der Mendelssohnsche Offenbarungstypus, und daß ein Anderes und Neues herangesehnt werde, zu dem sich die historische Schule den Weg vorbereitet, den die philosophische eingeschlagen hat. Sowohl die ein- 17 257