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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1938-01-01 · 31 (1938) · p. Seite 238

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
31 (1938)
Article
Zum Andenken an Leopold Zunz
Date
1938-01-01
Page
Seite 238 (sequence 16)
Language
German
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Oxford, der vielleicht an die oben genannte Mrs. Maugham gerichtet ist : Seit einer Woche sind wir jetzt in Oxford und längst schon würden Sie meinen herzlichsten Dank für Ihre Freundlichkeit und Güte erhalten haben, hätte ich Ihnen nicht auch schon mitteilen wollen, wie es uns hier ergeht. Wir leben zwar ein sehr einsames Leben, doch ist Oxford hübsch und seine Umgebungen herrlich: der Frühling begegnet einem auf jedem Gang. Wir haben hier eine liebe gebildete Familie gefunden, der wir auch eine gute Wohnung und eine gefällige Wirtin verdanken, so daß wir ganz zufrieden sein können. Ein Glied derselben S. W. ist eben so gefällig, diesen deutschen Brief ins Englische zu übersetzen, damit er Ihnen leichter wird zu lesen. Mein Mann ist schon in voller Arbeit und seit 9 Uhr morgens in der Bodleiana, ich bin dann freilich sehr viel allein, da er erst um 4 Uhr nachmittags zurückkommt. Ich sticke indes, nähe, lese und gebe meinen Freunden deutsche Stunde. Nach dem Mittagbrot gehen wir spazieren. Wäre nur das Wetter besser gewesen! Es war kalt und stürmisch wie im November. Wir mußten uns in unsere Winterkleider einhüllen, die nicht einmal ganz ausreichten, da wir bei unserer Abreise auf Sommer gerechnet hatten. Seit gestern erst gleicht es dem Frühling, und wir brauchen nicht mehr in Sturm und Regen unseren Spaziergang zu machen. Bis Ende Juni werden wir wahrscheinlich hier bleiben, da mein Mann durch die Feiertage, die dazwischentraten, erst am Mittwoch anfangen konnte. Dies wird vielleicht auch bewirken, daß wir alle Zeit, die wir haben, hier verbringen müssen und vielleicht nicht mehr nach London kommen, sondern unsere Rückreise nach der Heimat von hier aus antreten. Ists mir dann nicht vergönnt, Ihnen mündlich zu danken für die Aufnahme wie für das teure Geschenk, das Sie uns geschickt haben, (freilich hätte ich Sie selbst in London lieber gesehen), so nehmen Sie ihn hiermit, wie er aus voller Seele strömt. Ihren liebenswürdigen Töchtern, Miß Julia und Luise, sagen Sie alles Liebe von mir und daß ich mich freuen würde, sie einmal in meiner Heimat zu sehen. Freiheit sollten sie dann haben wie in England, könnten tun, was sie wollten, ernst 238

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