Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Zum Andenken an Leopold Zunz
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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diesem Gewirr Bekannten begegnen! Und kaum hatte ich es ausgesprochen, sprang ein junges Mädchen, unseren Namen rufend, auf uns zu, hinterher eine Frau, und es waren Frl. und Frau Ehrenbaum. Vom Omnibus aus hatten sie uns gesehen und waren herausgesprungen, erzählten uns, wie die Tochter mit Beifall hier in einer Gesellschaft Iphigenie dargestellt, Frau von Usedom beschütze sie usw. Sie gaben uns ihre Adresse, doch wollten wir sie nicht benutzen. Abends waren wir in Regent Street bei der Familie Stargard, Hermiones Schwager, wo wir außerordentlich bewirtet wurden und bis mitternacht blieben. Mittwoch nach dem Frühstück, welches ich bereitete, da Mrs. Ls. unwohl war, ging ich, wie ichs versprochen, wieder zur Maugham. Sie erwartete mich, nahm mich freundlich auf und erzählte mir unter vielen Tränen, daß sie einen Sohn bei Balaklawa im November verloren habe; das Schiff sei gescheitert. Ich blieb nur ein Stündchen da, da ich um 3^12 Uhr bei Goldsmids sein mußte, und versprach ihr, kommenden Montag mit meinem Zunz zu kommen. Ein Cab brachte mich noch zur rechten Zeit hin nach St. Johns Lodge. Ich wurde der Familie vorgestellt, der Lady Goldsmid, einer wunderschön edel aussehenden alten Frau, Mrs. Montefiore, ihrer Tochter, dann der Caroline und einigen fremden Damen. Die Besitzung und Einrichtung erinnerte mich an Rothschilds in Frankfurt a. M. Wir gingen dann gegenüber zur Blumenausstellung, und ich sah unter hohem weißem ausgespanntem Zelte einen Blumenflor malerisch geordnet, daß ich glaubte, in einer Feenwelt zu sein. Es waren größtenteils Azalien. Wenige nur waren da, da die Teilnehmer wie Goldsmids, vor dem Publikum da sein können. — Nächst den Blumen sah ich die schönsten Menschen, einen indischen Prinzen in seiner Landestracht: einen Rock von braunem Samt mit Gold gestickt, eine Art Haube auf dem Kopf, als wenn Barben von gelbem Flor übereinandergelegt sind, dann Perlen um den Hals, ein Fürstentum an Wert, und große Ringe in den Ohren. Auch die Fürstin Czartoryski, Tochter der Königin Christine von Spanien, mit ihrem Manne, gingen neben mir. Mit einem Mal hieß es: die Königin kommt! Und herein kam Prinz Albert, führend 233