Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Weltgeschichte im Spiegel jüdischer Bildnisminiaturen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 36)
- Language
- German
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Cromwell mit den Worten: ״Hoho, Mister Cooper, nichts davon!“ ihm das Original und die unvollendete Kopie weggenommen haben. Die Unverbürgtheit der Anekdote macht die Frage müssig, welches wohl das Original sein kann — die Sammlungen Godolfin Quick, Devonshire und Buccleuch werden dafür genannt —, während man eine andere Miniatur aus der letztgenannten Sammlung allgemein als die eigenhändige unvollendete Kopie ansieht. Ihre doppelte Vergrößerung in Kennedys Beschreibung der Miniaturen-Sammlung Buccleuch sowie die Projektionen der Diapositive zu dem Vortrag (im Jüdischen Museum zu Berlin], der dieser Abhand־ lung zugrunde liegt, bestätigen Walpolcs Vermutung über die Wirkung von Vergrößerungen der Coopersehen Miniaturen vollkommen. Was Cromwells Kopf darauf wie ein Kissen umgibt, ist der angefangene Hintergrund. (Eine Abbildung findet sich im Phils- Lexikon.) Wir können hier einen Blick in Coopers Werkstatt tun: seine Miniaturen haben keine Untermalung, sind also wie die Holbeinschen, von denen das gleiche gilt, keine Miniaturen im eigentlichen Sinne, wenn man das Wort vom lateinischen ״minium“, der roten Farbe der Buchminiaturen, ableitet, und nicht vom französischen ״mignon“ (klein), worauf die frühe französische Schreibart des Wortes — mit g in der Mitte — hindeutet. Cooper beginnt damit, Kopf und Gestalt in braun zu zeichnen, die Schatten malt er mit transparentem Sienna, die Halbtöne sind in einem reinen Grau-blau ge- 198