Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Der Spruchdichter Süsskind von Trimberg
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Spruchdichter Süsskind von Trimberg Von Meier Spanier. Im 13. Jahrhundert wanderte eine große Zahl von bettelnden Vaganten, Gauklern, Spielleuten und Sängern auf den Landstraßen, um den Höfen der Ritter auf den oft einsam liegenden Orten und Burgen Neuigkeiten zu bringen, für Erheiterung, Unterhaltung, geistige Anregung und künstlerische Genüsse mannigfachster Art zu sorgen. Die höchste Rangstufe unter der bunt gewürfelten Masse dieses gehrenden Volkes, das bald zur vielbeklagten Landplage wurde, nahmen die Sänger ein, die ihre eigenen Gedichte in der von ihnen selbst gefundenen, besonderen Melodie vortrugen. Unter diesen zumeist bürgerlichen Spruchdichtern kennen wir einen Juden, dessen Name (Süßkind, der Jude von Trimberg) den 12 Strophen vorgesetzt ist, die uns in der kostbaren Liederhandschrift überliefert sind, die die beiden vornehmen Züricher von Manesse (Vater und Sohn) am Anfang des 14. Jahrhunderts schreiben und mit Bildern zieren ließen. Dies ist die einzige Quelle unserer Kenntnis Süßkinds. Das Bild vor den Gedichten zeigt natürlich nur, wie der erst ein halbes Jahrhundert später lebende 124