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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1938-01-01 · 31 (1938) · p. Seite 97

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
31 (1938)
Article
Israel in Ägypten
Date
1938-01-01
Page
Seite 97 (sequence 14)
Language
German
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zuzuspitzen. Zum Austrag müssen sie kommen an der Forderung freier Religionsübung, an Gottesdienst und Feiertag, an einem Anspruch auf Zeit. Wenn ein irdisches Regiment den ganzen Menschen mit Beschlag belegen will, muß es unweigerlich mit einer Religion in Konflikt kommen, die ganzen Ernst macht. Das aber tut keine Religion mehr als Israel mit seinem Sabbat, der ganz allein IHM gehört. Zwar wird er erst nach Ägypten zu voller Verkündigung gelangen, aber wir sollen ihn schon ahnen, indem die Tora dem Pharao das Wort in den Mund legt. Was kann denn auch einem ausbeuterischen Arbeitsherrn und einem bauwütigen und kulturfanatischen Pharao verhaßter sein! Damit wird nur Arbeitsleistung und Produktion eingeschränkt, und „Sabbat“, „Feiertage“ u. dgl. sind nur lügnerische Vorwände zum Faulenzen. Moses unentwegte Forderung im Namen seines Gottes aber lautet: „Entlasse mein Volk, daß sie mir dienen!“ Ebenso bemerkenswert wie das Schweigen von Pyramiden und Prachtbauten ist das Fehlen jeder Polemik gegen ägyptisches Wesen und ägyptische Religion (wenn sie nicht — 8,26 — zur Verteidigung notwendig war). Auch von einem Haß gegen das ägyptische Volk findet man keine Spur. Die Tora und ihr Gott stehen dafür zu hoch. Mögen jene ihr Denken und Leben für sich haben, wenn sie nur Israel seinen Weg ziehen lassen. Was die Tora schildern will, ist das größte Schauspiel, das die Weltgeschichte darbieten kann: wer ist stärker, der Gott des Himmels und der Erde, der .sich für 7 97

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