Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Israel in Ägypten
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Mit Israel muß ein Volk gemeint sein, denn gerade dieser Name hat das Determinativ für „Leute“, während die andern mit dem für Land versehen sind. Merneptah hat also Israel in Palästina schon vorgefunden. Mit diesem (unanfechtbaren?) Tatbestand hat man, um den Auszug unter Merneptah nicht preiszugeben, durch verschiedene Annahmen fertig zu werden gesucht, z.B.: dieses Israel war ein anderes als das in Ägypten, das sich nach dem Auszug mit ihm vereinigte. Nach Eerdmans kühnen und scharfsinnigen Kombinationen ist der Einzug Israels unter Jakob erst nach Merneptah erfolgt (unter Siptah ca. 1210), der Auszug 80 Jahre später, um 1130.2) — Welches war nun die Atmosphäre, in der Israel zu leben gezwungen wurde? Die altägyptische Kultur wird, je reichlicher ihre Zeugnisse zum Vorschein gekommen sind, je mehr bewundert und gepriesen. Wie es scheint, mit Recht. Sie stellt die höchste Stufe dar, die ein Volk bis zum Beginn der Neuzeit erreichen konnte. Stehen doch noch heute die Pyramiden da, die gewaltigsten Bauwerke, die die Erde bedecken. Das Land war übersät mit Tempeln und Palästen, die auch in ihren Ruinen noch als Wunderwerke der Architektur zu erkennen sind. Und diese ist nur ein Zweig der ägyptischen Kunst gewesen. Zu hoher Vollendung hatte es auch die Bildhauerkunst, die Plastik, die Tempel- und Grabmalerei gebracht, eine 2) Die verschiedenen Ansätze zu diskutieren, würde nur ein gelehrtes Interesse haben. 91