Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Israel in Ägypten
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 6)
- Language
- German
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sein muß, gegen die sie polemisiert (s. z. 9,8ff. 13, 18, 14, 5). Die Geschichtserzählung der Tora ist also Bearbeitung nach einer bestimmten Absicht und eben dies setzt voraus, daß ein geschichtlicher Stoff vorhanden gewesen sein muß. Und wie für Auswahl, künstlerische Komposition und sprachliche Formung die Tendenz bestimmend war, so hat für die Bemessung der Zeitabstände das Verlangen mitgesprochen, zahlenmäßige Proportionen herzustellen. Die Geschichte solle eine ähnliche Symmetrie zeigen wie das All bei der Schöpfung. Am allgemeinsten hat sich die Ansicht durchgesetzt, daß der Pharao der Bedrückung Ramses II und sein Sohn Merneptah der des Auszuges, den man somit auf ca. 1230 festlegt, gewesen sei. Ramses II war einer der größten Herrscher Ägyptens. Er hat am längsten, 67 Jahre, regiert und eine Reihe von Feldzügen nach Syrien unternommen. In einem derselben bei Kadesch am Orontes erfocht er einen Sieg über die Hettiter und schloß im 21. Jahre seiner Regierung mit ihrem König den berühmten Friedensvertrag (s. meine Genesis, S. 316). Er hat eine gewaltige Bautätigkeit entwickelt, deren Denkmälern man heute besonders in Memphis, Abydos, Karnak, Luxor und Abu-Simbel begegnet, hat aber auch viel im Delta gebaut. Entscheidend für seine Wahl als Pharao der Bedrückung waren die Ausgrabungen Ed. Navilles in Tel el-Maschuta, wo er das 1,11 (s. d.) genannte Pithom entdeckte, das unter ihm erbaut worden sei. 89