Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Ein wiedergefundener Bibelvers
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein wiedergefundener Bibelvers * Von Martin Salomonski. Der 145. Psalm, der mit den Worten beginnt: Loblied Davids ״Ich erhebe dich mein Gott, o König, und ich lobe deinen Namen für immer und ewig“, ist sicherlich der bekannteste von allen 150 biblischen Gesängen, die das Buch T’hillim bilden. Das kommt daher, daß er dreimal täglich gebetet wird. Fragt man nach der Begründung dieses Vorranges in der Wahl, dann ist es zunächst sein bedeutungsvoller Inhalt und wohl auch die im Talmud ausgesprochene Ansicht, daß sein häufiges und regelmäßiges Beten ein Fortleben nach dem Tode sichere. In der Gemara, B’rochaus 4 b, sagt R. Eleasar im Namen von R. Abina: ״Jeder, der dreimal täglieh den Psalm ,Loblied Davids' spricht, kann sicher sein, daß er ein Kind der künftigen Welt ist“. Wir entnehmen aus dieser Äußerung, daß unserem Psalm eine besondere, wirkende Kraft zugeschrieben wird, und diese Auffassung muß aus seinem Inhalt geschöpft sein. Das Lied hat eine klare Vierteilung, Aus Gottes Majestät und Größe, denen der Dichter huldigt, ergibt sich für ihn seine Allgüte und Barm- 37