Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1938-01-01 · 31 (1938) · p. Seite 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
31 (1938)
Article
Die Psalmen
Date
1938-01-01
Page
Seite 26 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3111067-3111128-3119347--7872-3119434
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

lied im Tone jubelnder Gewißheit ausklingen: Gott lebt und hilft (10,16—18; 79,13; 126,5 f; 144,9 f). Die Feinde, vor denen Israel gerettet zu werden hofft, werden niemals genannt; doch werden viele der hierher gehörigen Lieder der nachexilischen Zeit angehören, in der das Volk unter Fremdherrschaft stand und immer neue Eroberer es zu unterjochen suchten. So wird die Vermutung richtig sein, daß einige von ihnen erst in der Zeit der Makkabäerkämpfe entstanden sind. Zu Psalm 83 paßt die Schilderung von I Makkabäer 5,1 ff. Zu dieser Gruppe gehören 44; 59; 60; 74; 77; 79; 80; 81,6—17; 83; 85; 89; 123; 126; 129; 144,1 bis 11. Die schon unter den Hymnen genannten Psalmen 66; 76; 118; 124; 129 sind Danklieder des Volkes für Rettung aus Gefahren. Vieles spricht dafür, daß Psalm 118 in die Makkabäerzeit gehört und Vers 10:—18 Marsch- und Kriegslieder maklcabäischer Scharen sind, die in einen Festreigen beim Einzug in den Tempel nach dessen Reinigung aufgenommen worden sind. Daß diese Volksklagelieder fast durchweg hoffnungsfreudiger schließen als die später zu behandelnden Klagelieder des Einzelnen, hat seinen Grund darin, daß ein Volk trotz Unterdrückung immer wieder zu neuem Leben erweckt werden kann, während der Glaube an die Unsterblichkeit des Einzelnen damals nur in seinen Anfängen vorhanden war und wenig Trost bot.2) Den Glauben an die 2) Siehe weiter unten. 26

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.