Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 31 (1938)
- Article
- Die Psalmen
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 2)
- Language
- German
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sind, aus denen keine Schlüsse gezogen werden dürfen. Es ist nicht unmöglich, daß David einzelne Psalmen verfaßt hat, doch ist früher bei einer Charakteristik dieses Königs darauf hingewiesen worden, daß er nicht als Verfasser all der Lieder in Betracht kommt, die ihm zugeschrieben werden. Nach manchen Bibelforschern ist David nicht Dichter von Psalmen gewesen, sondern Komponist von Psalmenmelodien. Was die in den Überschriften genannten Söhne Korachs, Asaph, Heman, Jedutun und Etan (Jedutun und Etan sollen identisch sein) angeht, so ist hier wohl kaum an Verfassernamen zu denken; es handelt sich bei ihnen eher um Sängergilden, die ihren Namen von Männern herleiteten, die nach der Überlieferung (siehe I Chronik 6, 16 ff; 15, 16 ff; 16, 4 f; II Chronik 5, 12; 20, 19; 29, 30) von David mit dem Tempelgesang betraut worden waren, und die wohl jene Psalmen für den musikalischen und liturgischen Vortrag bearbeitet hatten. Manche Bibelforscher wollen sämtliche Psalmen in die nachexilische Zeit verlegen, und es ist nicht zu beweifeln, daß einzelne erst in dieser Zeit entstanden sein können, so Psalm 126 und 137, wie andere, die Gedanken behandeln, die von den Propheten des Exils und der Folgezeit zuerst ausgesprochen worden sind, oder solche, die auf die Zeit der Fremdherrschaft hinzuweisen scheinen. Daß viele Psalmen beim Tempeldienst Verwendung fanden, geht aus ihrem Inhalt hervor. Es ist aber nicht einzusehen, warum dieser Gebrauch nicht auch im ersten Tempel geübt worden sein soll, daß nicht 22