Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Ha-Matmid
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Dein Herz wie ein Fisch, der gefangen im Netze? 59. Du kündest vom Sange des Vögleins, des zarten? Vom Girren der Taube, die kraftlos dort wimmert In finsterer Ecke mit reinem Gebet, das Sie gießt, wie ihr Herz, in die Blätter des Talmuds? 60. Seit aufstieg der Morgen, ward schwach nicht das Herze, Die Kniee, sie kennen kein Schlottern und Wanken Beim Ruf; „Omar Rowo“. Die Sonne eilt nieder, Die Stimmen versinken, die Seelen ermüden. 61. Die Lippe erschlafft, jede Kehle ist heiser, Die Zungen vertrocknet; erlöschende Augen Erwarten den Diener, er komme und rufe Die Jünger des Herrn zum Gebete des Abends. 62. Beim Strahl, den die Sonne im Untergeh’n gießt auf Den Knauf an dem Schrein und die Engel darüber, Gleich prangender Gottesgnad\ wonnevoll, selig, Entfleucht die Schechinah, entschwebt Gottes Ehre; 63. Und mit einem Lichtstreif bedenkt auch die Sonne Den Winkel des Knaben, den finsteren, engen; 18 273