Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Geschichte und Gegenwart in der Rechtsordnung Palästinas
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte und Gegenwart in der Rechtsordnung Palästinas Von Ha ns Kalis ch. Das Palästina von heute, das Land des Mandats, und das der Türkenzeit sind durch Welten getrennt. Und doch liegt kaum ein halbes Menschenalter dazwischen. Der Wiedereintritt der Juden in die Urheimat, die Einrichtung des nationalen Heims, die Auseinandersetzung mit der arabischen Bevölkerung, die begonnene Modernisierung des Wirtschaftslebens halten das Land in dauernder Bewegung. In kurzem Zeitraum hat eine sprunghafte Entwicklung stattgefunden. Neue Formungen waren für Land und Bevölkerung zu schaffen* Alle Bestrebungen, die Ordnung und Regel in Sein und Zukunft von Menschen bringen wollen, die das schaffen wollen, was Jacob Burckhardt Sekurität nannte, laufen letzten Endes auf die Herstellung rechtlicher Formen hinaus. Jeder politische Kampf — das Wort politisch im allerweitesten Sinne genommen — ist Kampf und Streben um die Ausgestaltung der Rechtsordnung. Die Rechtsordnung ist das feste Gerüst, das dem eigentlichen Leben, dem geistigen wie dem wirtschaftlichen, den Halt gewährt. In Zeiten wirklicher Sekurität, in denen alles reibungslos ver- 217