Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Jüdische Bildnis-Maler der Posener Biedermeierzeit
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 10)
- Language
- German
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Auf seinen Bildern pflegte Alexander nur in Ausnahmefällen und auf den ausdrücklichen Wunsch des Bestellers seinen Namen anzubringen. Aber auch die nicht signierten Gemälde sind in der Auffassung und Wiedergabe der dargestellten Persönlichkeiten so kennzeichnend, daß sie zweifellos Alexander zugesprochen werden können. Im Gegensatz zu Czarnikau ließ er sich auch nicht auf Wünsche seiner Auftraggeber ein, die er nicht ohne weiteres selbst billigte. Er beanspruchte vielmehr, daß die Besteller sich nach seinen Anordnungen richteten. Auf seine Freude an dekorativer Wirkung war es wohl zurückzuführen, wenn er bei seinen Porträts die dargestellten Personen bisweilen nicht in den Trachten ihrer Zeit, sondern in alten historischen Kostümen malte. Wie Rembrandt seinen alten Vater, einen einfachen Müller, als Modell nicht nur ein Barett mit hoher Feder tragen ließ, sondern ihn auch erst noch in einen eisernen Harnisch einschnallte, bevor er ihn zu malen begann, so hat auch Alexander — vermutlich beeinflußt durch die martialisch wirkende Haltung und Erscheinung des jüdischen Auftraggebers — den bürgerlich-friedlichen Großkaufmann und bedeutendsten Erdölhändler Deutschlands in einer Ritterrüstung gemalt7). Das Bild, das sich noch jetzt im Familienbesitz befinden soll, gehört zu den besten Schöpfungen des Künstlers. 7) Es war dies Gustav oder Manuel Wolff, der in den 1870er Jahren in Berlin allgemein unter dem Namen „Petroleum-König“ bekannt war. 213