Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Die Wunstorfer Spanier
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3111067-3111126-3118957--7646-3119179- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wunstorf der letzte Spanier dieser einst so zahlreichen Gruppe (in meiner Jugend 16 Seelen!). Von der mir näher verwandten Spanier-Schicht lebte während meiner Schulzeit noch ein älterer Witwer: Moses, Sohn des David, eines Bruders meines Großvaters. Dieser Moses, ein stolz-aufrechter Mann, hatte noch die Freude, seinen Sohn Julius, einen angesehenen Kaufmann — er war K. K. österreichisch-ungarischer Konsul in Manila — bei sich zu sehen. Sein plötzlicher Tod versetzte den Vater in tiefe Trauer. Beide ruhen, nicht weit voneinander, auf dem Wunstorfer Friedhof. Ein dritter Bruder mit Namen Levi (geh. 17. 12. 1803) war nach dankenswerter Mitteilung des Herrn Landrabbiners Dr. Freund zweiter Vorsteher der Gemeinde Hannover. Nach Familienüberlieferung nannte man ihn den schönen Spanier. Er scheint also in dieser Hinsicht eine Ausnahmestellung eingenommen zu haben. Den Beinamen verdiente er, wie ich selbst nach dem schlechten Ölgemälde, das ihn darstellt, feststellen kann. Er wanderte nach USA aus und starb dort. Seine Frau Röschen (1808—1895), Tochter von Abraham Berend und Rebekka Levi (diese Rebekka war in 2. Ehe mit Ephraim Meyer verheiratet), kehrte nach Hannover zurück, starb dort und wurde im Erbbegräbnis Allen beigesetzt. Die Witwe eines anderen Bruders meines Großvaters, Hannchen, die Frau Abraham Spaniers, war jene auf gute Herkunft haltende „Tante Spanier“ (1803—1885). Sie war die Enkelin des Landrabbiners Behrend Levy (s. Gronemann, 74), eine Schwester von 196