Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Die Wunstorfer Spanier
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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jüdischen Kreisen hatte man auf den Beinamen wenig Gewicht gelegt, man nannte sich nur nach dem Vater, wie ich denn in meiner Jugend in den befreundeten Familien nicht anders hieß als Lesers Meier. Auch in den Akten steht nur sehr selten „gen. Spanier“. Erst als feste Familiennamen aufkamen, erinnerte man sich der alten Bezeichnung. Die oben erwähnte Namensbeifügung steht z. B. in dem Schutzgeldprotokoll bei den Söhnen des Abraham Moses (gest. Wunstorf 1756), der ein Sohn von Moses Spanier war. Diese beiden Söhne waren die Stammväter der beiden Wunstorfer Gruppen Spanier. Meine Vorfahren stammen ab von Moses Abraham, der 1727 geboren und um 1769 gestorben ist. In den Akten steht einmal — am 13. 2. 1770 — „im verwichenen Jahre gestorben“;, an einer andern Stelle „zum Johanni 1768“ — ein Beispiel dafür, daß man nicht viel Wert auf ganz genaue Altersangaben legte. [Eine interessante Eintragung aus dem Familienbuch des Landrabbinats möge hier ihren Platz finden: „Witwe Betty, Moses Spanier, geb. 1726, gest. 19. April 1831, 106 (105) Jahre alt.“ Als Mutter der Kinder des Moses Abraham wird aber Röschen Levin aus Stolzenau in den Schutzbriefprotokollen angegeben. Betty kann eine Witwe von Abraham Moses Spanier sein, der 1756 gestorben ist.] Die andere Gruppe stammte von Ephraim Abraham ab, der 1722 geboren war. Die Reste der beiden Spanier-Gruppen, die ich während meiner Schulzeit kannte, will ich hier einschaltend Revue passieren lassen. Den Grundstock 194