Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Zum Andenken an Leopold Zunz
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 132 (sequence 2)
- Language
- German
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Mendelssohns Bibelübersetzung vor sich; außerdem gab Herr Benlevy aus Sandersleben (jetzt in Hildesheim) zwei Stunden jüdisches Schreiben (bis April 1804; später Polli); G. Bertrand (ein Romanschriftsteiler, gestorben anno 1811) vier oder fünf Stunden wöchentlich deutsch Schreiben, Lesen, Rechnen, Der andere oder höhere Rabbi, der eine Treppe höher wohnte, war R. Lik aus Burg-Ebrach (bei Bamberg), der in Polen studiert, sich daher polnisch trug, ein sanfter Mann, aber mit einem Satan namens Mirjam verheiratet. Er war ein Kabbalist, blieb länger als alle übrigen in der Synagoge und saß vormittags bei dem Talmud-Unterrieht in Tallis und Tefillin. Ich fand folgende Mitschüler vor: 1) bei R. Lik: Meier Gumpel (geb. 1786), der 1804 November das Institut verließ und in Braunschweig gestorben ist; Moses aus Burg-Ebrach, der einen dreieckigen Hut trug, 1804 abging, ich glaube nach Ballenstedt, 2) bei R. Kalman: S a 1 o m o n aus Altona (ein Bruder des a. 1808 April abgegangenen David Berlin), etwa 14 bis 15 Jahre alt; Hirsch aus Hamburg, gleichen Alters, der 1805 wegen Krankheit nach Hause geschickt wurde; Jakob Frensdorf aus Hannover, geboren August 1792, war von 1802 bis Mai 1805 im Bethhammidrasch. — Es gab keine Schulgesetze, kein Protokoll, gewissermaßen keine Pädagogik. Freitag nachmittag lasen wir die Bohnen und Erbsen aus; in unseren Spielen und Raufereien waren wir uns selber überlassen. Nur daß der Rabbi zuweilen mit uns nach Hartmanns Gar-!32