Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Glückwürdigkeit und Glück
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Glückwürdigkeit und Glück Von Hans Margolius. Die vorliegende Arbeit versucht eine sachliche Klärung des Problems; sie beabsichtigt keineswegs, die geschichtliche Entwicklung des Problems darzustellen. Die aus der Geschichte herangezogenen Theorien sollen der Verdeutlichung der Sache dienen; die Reihenfolge, in der sie zitiert werden, ist darum eine systematische und entspricht nicht der historischen Folge. 1. Der Midrasch erzählt: „Zu der Stunde, da der heilige Tempel in Jerusalem in die Hände der Feinde fiel, trat unsere Mutter Rahel vor den Ewigen und sprach: Herr der Welt, vor dir ist offenbar, daß Jakob mich mit übergroßer Liebe liebte und um meinetwillen meinem Vater sieben Jahre diente. Als diese sieben Jahre um waren und die Zeit gekommen war, für uns die Hochzeit zu rüsten, faßte mein Vater den Entschluß, Jakob an meiner statt die Schwester zuzuführen. Schwer über alle Maßen fiel mir das auf die Seele, denn ich hörte von jenem Entschluß. Ich gab meinem Manne Kunde davon und verabredete ein Zeichen mit ihm, damit er zu unterscheiden wisse zwischen mir und meiner Schwester und mein Vater sie ihm nicht an meiner statt zuführen könne. Danach aber packte mich Reue über mein Tun. Ich bezwang mein Begehren 25