Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 30 (1937)
- Article
- Zum Geleit
- Date
- 1937-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
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Erscheinung auszugestalten, er verstand es, die besten Kräfte, die zu einem jüdischen Thema etwas zu sagen hatten, als Mitarbeiter zu gewinnen. Er selbst schrieb bis zu seinem Tode (1909) die Übersicht über die literarischen Erscheinungen des Jahres, Martin Philippson (gest. 1916) die über die politischen Ereignisse, Albert Katz (gest. 1923) die über das bunte Leben in den Vereinen. Das Jahrbuch wurde gern gelesen und weit verbreitet; eine besondere Anerkennung war es, daß die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums es 1904—1920 ihren Mitgliedern als eine ihrer literarischen Gaben zustellte. Die Vereine für jüdische Geschichte und Literatur waren Ausdruck des Strebens des Geschlechts von 1890 und dem jüngeren Geschlecht augenscheinlich nicht adäquat. Dieses war mehr auf die politischen Auseinandersetzungen innerhalb der Judenheit eingestellt, verlangte nach Diskussionen über Probleme der Gegenwart, nicht nach Belehrung über die Tatsachen der Vergangenheit. Alle Versuche, es für geistige Inhalte zu gewinnen, von welcher Seite sie auch ausgingen, schlugen fehl. Der Weltkrieg hat der Bewegung vollends ein Ende bereitet; er zwang die meisten Vereine, ihre Tätigkeit einzustellen, die Unterbrechung führte zum Stillstand, die schweren Sorgen der Nachkriegszeit lenkten das Interesse in ganz andere Bahnen — 7