Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das jüdische Museum - eine Kulturforderung
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 13)
- Language
- German
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Gebiete, namentlich künstlerische Gebiete, vorgedrungen, denen sie sich in früheren Jahrhunderten nicht widmen konnten. Es eröffnet sich ein ganz neuer Aspekt jüdischer Geistigkeit und es regt sich eine Fülle ungeahnter bis dahin ungekannter Fähigkeiten. Neue Ideen greifen Platz. Man sieht das jüdische Leben nicht mehr nur in der einengenden Beschränkung des Ghettos und findet neue Ausdrucksmöglichkeiten. Immer größer wird die Zahl derer, die auf allen Gebieten der Kunst sich betätigen, immer größer die Zahl der hervorragenden Namen jüdischer Künstler. Inwieweit sich dieses Schaffen als jüdisch dokumentiert, bedarf noch eingehender Forschung. Daß aber Juden, daß jüdischer Geist, sich auch an diesen Leistungen emporzuringen vermag, ist eine Kulturerscheinung von großer Wichtigkeit. Wir haben bereits an anderer Stelle von den graphischen Werken moderner Künstler gesprochen. Hier könnte man auf die Fortsetzung einer Tradition hinweisen. Die Miniaturmalerei stand im Mittelalter bei den Juden in hoher Blüte. Man kann diese Arbeiten, die viele Machsorim, Hagadahs und Megilloth schmücken, mit den Psalterminiaturen der Klosterbibliotheken vergleichen, wird manche Verwandtschaft, aber* auch viele charakteristische jüdische Züge in ihnen entdecken und über die Fülle eigener Ausdrucksmöglichkeiten staunen. Auch die Buchillustration entwickelte sich bei den Juden in Holzschnitt und 222