Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das jüdische Museum - eine Kulturforderung
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 2)
- Language
- German
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Von den „irdischen“ Dokumenten, von den Erdenspuren aber, die Menschen überall hinterlassen, wo sie kürzere oder längere Zeit wirkten, von den toten oder rein sachlichen Dingen, die sie umgaben, mit denen sie lebten, von ihrer „Umgebung“ kannte und wußte man so gut wie nichts. Man maß diesen Dingen keine besondere Bedeutung zu, man bemühte sich gar nicht, sie zu erforschen, nach ihnen zu graben, und hielt sich nur an das literarisch Ueberlieferte. Und doch reden diese Dinge bei richtiger Betrachtung oft eine beredte Sprache und geben uns reichen Aufschluß über das Leben und Denken, das tägliche Dasein und die Gepflogenheiten ganzer Kulturepochen. Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, von wie großer Wichtigkeit die Forscher- und Grabungsarbeit in Palästina ist. Die Erde bedeckt viel von dem, was frühere Generationen geschaffen haben. Neue Aspekte eröffnen sich, ganze Kulturepochen werden der Vergessenheit entrissen, die Geschichte der Menschheit wird in ein ganz neues Licht gerückt und scheinbar totes Inventar zu neuem, aufschlußreichen Leben erweckt. Wir brauchen aber nicht bis in die Frühzeiten unserer Geschichte zurückzugreifen, um die Wichtigkeit dieser Forscherarbeit zu erkennen. Ueberall, wo Juden je geweilt, werden sich Spuren ihres kulturellen Daseins finden. Nicht aber zuletzt kommen auch die Stätten in Frage, wo pietätvolle 1# 211