Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Das Licht verlöscht
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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es und auch wie die Menschen bei uns gekleidet sind, . . . Ja, und doch**, sie rückte der Freundin ganz nahe und raunte mehr als sie sprach, „weißt du, im Herbst zur Zeit unserer großen Feiertage, da rumort es in mir. Meine Nächte sind unruhig, mein Wachen traumhaft. Das Blut ruft-l Da, . . . würde ich in tiefstem Kot stehen, an die erleuchteten Fenster der alten Klaus spähen und dem begeisterten Gesang des Vorbeters lauschen wie einst als Kind,“ Sie seufzte tief auf, schwieg eine Weile und rief dann wie aus dem Schlaf erwacht: „Erinnerst du dich des Chanukkafestes, ich meine jenes in der Toynbeehalle, wo wir hunderten unserer Brüder und Schwestern leuchtende Helle in die verkümmerten Gesichter zauberten und die Jugend durch die glorreiche Vergangenheit einer erfreulichen Zukunft entgegenführen wollten?! Viele von ihnen gedachten der fernen Heimat und des Elternhauses. Und glaube mir, auch ich wurde zum Kinde. Horchte auf die bekannten Worte des Lichtersegens und sang mit dem Chor das alte Lied Moaus zur jeschuossi. Die Erinnerung an die Makkabäer zog durch den Saal, der alte, schwache Hausierer fühlte sich als Held, und die jungen Arbeiter und Arbeiterinnen, Lehrlinge und Schreiberinnen umwob eine seltsame Glorie, die alle umleuchtete und vereinte, den berühmten Shakespeareforscher, der dies Heim geschaffen, und seine Gehilfinnen, die wir uns zur Erkenntnis emporarbeiteten, und die vielen, vielen Armen 198