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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1931-01-01 · 29 (1931) · p. Seite 175

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
29 (1931)
Article
Adolphe Crémieux
Date
1931-01-01
Page
Seite 175 (sequence 24)
Language
German
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Auch an den Zaren richtete Cremieux in den sechziger Jahren zweimal Beschwerden zugunsten verfolgter Juden; beide Male mit der gewünschten Wirkung, Am schmerzlichsten berührte es Cremieux, den glühenden Patrioten, daß sein geliebtes Vaterland Frankreich zu seinen Untertanen Juden zählte, denen das Bürgerrecht noch immer vorenthalten wurde. Es waren die Juden Algiers. Die französische Regierung hatte mit dem politischen Takt, den sie in Kolonisationsfragen noch immer bekundete, diesen Juden, die sich an der Verteidigung Orans gegen die Angriffe Abd-el-Kaders 1833 rühmlich beteiligt hatten, nach einem von Cremieux, Anspach und Cerfberr ausgearbeiteten Entwürfe im Jahre 1845 eine Organisation nach dem Muster des Mutterlandes gegeben. Im Jahre 1858 wurde nun vor einem algerischen Kriegsgericht gegen einige Juden verhandelt. Cremieux war ihr Anwalt. Am Schluss seiner Rede erging sich der kaiserliche Kommissar, ein junger Offizier, in zügellosen Beschimpfungen des Judentums. Gegen diesen Angriff wendete sich Cremieux in seiner Verteidigungsrede zuerst. Er ruft begeistert aus: „Ich habe die Ehre Jude zu sein und damit auch die Pflicht, jeden Angriff auf meine Glaubensgenossen abzuwehren. Wer die Juden anklagt, der kennt sie nicht. Vor 50 Jahren sprach man von den französischen Juden ebenso wie heute von den Juden Algiers. Aber was ist aus 175

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