Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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treibt ihn immer wieder ans Meer, nach Hörnum, die einsame Südspitze von Sylt, in die Heide, in die Wälder, Stets ist es die niederdeutsche Landschaft mit ihrer Weite und Unendlichkeit, die er sucht. Aus der Enge der Großstadt sehnt er sich heraus. „Ich wollt*, ich wär ein Baum.“ Und der Schrebergarten, den er mit seinen Schülerinnen im Alstertal bearbeitete, war ihm zur Heimat geworden. Mein Land. Sie lächeln spöttisch, und sie ahnen nicht. Was du mir bist, mein Stückchen Gartenland. In graue Werktagsstunden leuchtet heimlich Dein junges Grün und bunter Blumentand. (Abendleuchten, 17.) Aber auch von einem anderen Loewenberg sprechen die Gedichte. Vom Kämpfer und Zweifler. Gewiß, er war Optimist, aber schwere Qualen der Seele erschütterten ihn, keine Zweifel blieben ihm erspart. Wie so häufig Menschen, die dem anderen gegenüber milde und gütig, war er strenge und hart gegen sich. Wie oft klingt es aus dem Tagebuch: „Könnt ich nur sagen, ich bin zufrieden mit mir. — Die anderen sind zufrieden mit Dir. Was weiß ein Mensch vom anderen.“ (1. 10. 1923 am Tage des 50 jährigen Lehrerjubiläums.) 136