Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Jakob Loewenberg
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Loewenbergs Leben war ein Leben mit Freunden für Freunde, Es war von stärkster Symbolkraft, wenn sein Lebensroman die Widmung trug: „Meinen Freunden Dr. M, Spanier und Fritz von Börstel.“ Beide Lehrer von seltenen Gaben. Spanier, der jahrelang an Loewenbergs Schule mitgearbeitet hatte, auch eine „Zwei-Quellen“-Natur, der Deuter der „Psalmen“, der bedeutende Murnerforscher, der Vorkämpfer für künstlerische Erziehung — Fritz von Börstel, der Führer der Hamburger Lehrerschaft im Kampf um die pädagogische Reform. „Er hat es vielleicht nie geahnt, was er mir gewesen. Wenn in dieser grauenvollen Zeit des Hasses und der Hetze etwas wie Verbitterung in mir auf st eigen wollte, dann rief es in mir nur: Denk an Fritz von Börstel. So sieht der deutsche Lehrer, so sieht der Deutsche aus. Edelste Gesinnung, frei von jedem Vorurteil, ganz Güte und Gerechtigkeit. Aus den tiefsten Quellen seiner Seele floß ihm sein Menschentum, geläutert durch Kunst und Dichtung.“ (Tg. 20. 10. 1924.) Wo Jakob Loewenberg gewesen war, fand er Freunde, die ihm mehr waren als flüchtige Bekanntschaften, die sich ihm nahe fühlten Zeit ihres Lebens. Darum ist es mehr als Dankbarkeit, wenn die meisten Bücher Freunden gewidmet sind. Es gehören diese Freundschaften zu seinem Leben. Loewenberg hatte in Hamburg eine zweite Heimat gefunden, die Wunde, die eine Jugendliebe 127