Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Lassalle, Arnold Mendelssohn und Joseph Mendelssohn
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 16)
- Language
- German
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mögensumständen siehet. Das beste Mittel diese Mißstimmung aufzulösen ist, sich mit großer Thätigkeit u. großem Fleiß daran zu machen um wenn das Glück gut ist, ähnlichen Wohlstand zu erreichen. So ist es ja so sehr vielen geglückt u. wenn es nicht allen so geglückt ist, so hat Fleiß u. Arbeit doch auf jeden Fall das Gute daß man Geist u. Körper erkräftiget u. den Aerger vergißt, indem man sein Glück u. seine Freude befördert siehet ohne eben reich zu sein. Nun hat der liebe Gott unter so vielen guten Eigenschaften die er Dir verliehen hat u. die gehörig genützt Dich zum gewünschten Ziele führen würden, Dir Thätigkeit u, Liebe zur Arbeit versagt. Du liebst ein beschauliches Leben das Deiner geistigen Thätigkeit genügen u. sie fördern würde. — Schwierigkeit zu überwinden, rüstig Dich zu rühren und zu arbeiten u. mit dem Schicksal zu kämpfen ist Deine Sache nicht. Demungeachtet warst Du auf gutem Wege ein praktischer Arzt hier zu werden u. — Deine medizinischen Kenntnisse unbezweifelt — würde so manche schöne Eigenschaft die Du besitzest Dir gewiß auch eine goldene Praxis herbeigeführt haben. Mit einiger Nachgiebigkeit, einigem Fleiß u. der Bemühung, hättest Du Dir gewiß recht bald einen alten Arzt gewogen gemacht der Dir die verschlossenen Thore geöffnet hätte u. wenn Du fort Lust gehabt hättest ihn auszulachen, so hättest Du es hinterher thun können.-Du warst auf gutem Wege, 71