Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Lassalle, Arnold Mendelssohn und Joseph Mendelssohn
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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schwankenden und unter seiner Mittellosigkeit leidenden Arzt gewann, geht aus den hier veröffentlichten Briefen mit genügender Deutlichkeit hervor. Lassalle führte ihn in die Hegelsche Philosophie ein, und es schien Arnold, als ob sein Leben erst dadurch Ziel und Sinn erhalten habe. Seit Mitte November 1844 wohnten sie zusammen. Als Lassalle dann im Januar 1845 eine unmöblierte Wohnung mieten und selbst möblieren wollte und seinen Freund aufforderte, auch dort zu ihm zu ziehen, wandte sich dieser — mit Hilfe Lassalles, wie erwähnt — an seinen reichen Onkel um Geld für die Einrichtung. Dies ist der Ausgangspunkt der Korrespondenz. Daß Lassalle seinem „liebsten, einzigen Freund“, wie er ihn noch in späteren Jahren nannte, zum Verhängnis wurde, ist bekannt. Als Lassalle ins Rheinland übersiedelte, um die Rechte der Gräfin Sophie v. Hatzfeldt gegen ihren Gatten zu verteidigen, folgte ihm Arnold Mendelssohn dorthin. Gemeinsam mit Alexander Oppenheim entwendete er am 21. August 1846 im Mainzer Hof zu Aachen der Gräfin Meyendorf, der Maitresse des Grafen Edmund von Hatzfeldt, eine Kassette, in der — irrigen — Meinung, daß darin ein den Interessen Sophies von Hatzfeldt schädliche Schenkungsurkunde enthalten sei. Der Verfolgung entzog er sich zunächst durch Flucht ins Ausland, kehrte aber, da Alexander Oppenheim vom Gericht freigesprochen wurde, im Juni 1847 nach 59