Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Zur Weltlage der Juden im 20. Jahrhundert
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 25)
- Language
- German
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Verteilung des gesellschaftlichen Arbeitsertrages zwischen den Besitzern der Produktionsmittel und den besitzlosen Arbeitern für uns die Frage der Sphinx bedeutet, die man lösen muß, oder man geht zugrunde, so ist von dieser Erkenntnis aus die Antwort ohne weiteres gegeben. Selbstverständlich gehört demjenigen das Einkommen, dem das Eigentum gehört, und selbstverständlich muß der vermögenslose Arbeiter, der sich dem Monopol des Großeigentums gegenübersieht, sich mit einem Lohne abfinden lassen, der unter dem Werte seiner Leistung liegt. Von dieser Erkenntnis aus öffnet sich der Rettungsweg, wenn vielleicht nicht für unser Europa, so doch gewiß für die Menschheit, die unbegrenzte Zeit vor sich hat, um ihre Kinderkrankheiten zu überwinden. Das System der freien Konkurrenz ist, nicht zu vernichten, sondern zum ersten Mal in aller Weltgeschichte erst aufzurichten, indem man jene Monopole beseitigt. Die bürgerlichen Revolutionen in England, Frankreich, Deutschland und Rußland haben nur die eine der beiden Institutionen abgebaut, die den feudalen Raum kennzeichnen: die verfassungsmäßige Ständescheidung. Aber sie haben die zweite bestehen lassen: das Großeigentum an Grund und Boden, die Absperrung der Volksmassen von dem wichtigsten aller Produktionsmittel. Ich müßte Ihnen ein Winterkolleg über politische Oekonomie lesen, wenn ich Ihnen zeigen 53