Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Ludwig Stein
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3111067-3111124-3118687--7212-3118748- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
schöpfender Kraft ein neuer, weiterer Aufstieg der Menschheit sich ergeben kann, auch dann, wenn man für das Ende des optimistischen „Es wird sein“, die Wissenschaft durch den Glauben ersetzen muß. Aber nur die Religion und die Weltanschauung des Optimismus führen die Menschheit den Weg bergan, nur sie wecken Ideale, die „wir nur erstreben, aber nicht erreichen“, die uns gleichwohl vorwärts bringen. Hierfür prägt Stein das begeisternde und tröstende Wort: „Das Heil des Menschengeschlechts liegt nicht hinter uns, sondern vor uns.“ Auch der Messianismus des Judentums vollends verlegt das räumliche Jenseits, das Paradies, ins Zeitliche, ans „Ende der Tage“ ins „dritte Reich“, in ein „kommen wird der Tag“ ... . So stehen wir, nach dieser kurzen Schilderung von Steins geistiger Leistung mit Bewunderung vor dem Schaffen dieses Mannes, der in unverwüstlicher Frische plötzlich dahingegangen ist, der sich in den dankerfüllten Herzen seiner Schüler und Freunde selbst ein unvergängliches Denkmal gesetzt hat. 28