Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 29 (1931)
- Article
- Ludwig Stein
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 3)
- Language
- German
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Steins philosophiegeschichtliche Arbeiten umfassen verschiedene Epochen und Probleme, Seine erste Jugendschrift, „Die Willensfreiheit und ihr Verhältnis zur* Göttlichen Präszienz und Providenz bei den jüdischen Philosophen des Mittelalters“, die im Jahre 1882 erschien, lenkte sofort die allgemeine Aufmerksamkeit der Fachgelehrten auf sich und galt als wichtiger Beitrag zu der so lang, verkannten und unterschätzten jüdischen Philosophie des Mittelalters. Stein griff aus der jüdischen Scholastik eine Frage heraus, die zu den viel umstrittenen sowohl unter den jüdischen Religionsphilosophen als auch in den arabischen und christlich-scholastischen Kreisen gehörte, um sie in ihrem Entwicklungsgänge zu verfolgen und auf ihre Quellen zurückzuführen. Dieser Arbeit folgen seine zwrei hervorragenden Untersuchungen über die hellenistische Philosophie. „Die Psychologie der Stoa“ im Jahre 1886 und „Die Erkenntnistheorie der Stoa“, 1888, die von ihm in reiferen Jahren durch eine gedrängte Gesamtbelrachtung der griechischen Philosophie bis Platon ergänzt wurden. Seine Forschungsinteressen galten nicht weniger auch der mittelalterlichen und neuen Philosophie. So z. B. seine Schriften „Antike und mittelalterliche Vorläufer des Okkasionalismus“, 1889, „Dualismus oder Monismus?“, 1909, „Leibniz und Spinoza“, 1890, „Nietzsches Weltanschauung und ihre Gefahren“, 1893, „Philosophische Strömungen der Gegen- 21