Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Berlin
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 170 (sequence 5)
- Language
- German
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— 170 — Dr. M. Levin, Dr. Hirsch Hildesheimer. Redakteur Albert Katz, Schriftsteller Willy Bambus, Rabb. Dr. Rosenzweig, R.-A. Dr. Heinrich Meyer-Cohn, Prof. Dr. Martin Philippson und Dr. Isidor Einsberg. Wenig später traten an die Stelle der Herren Jsaac, Cohn und Marcus Oberlehrer Dr. Schäfer, Benas Levy und Maximilian Heymann. Es gehörten somit dem Vorstande Männer aus den verschiedensten Parteien und Richtungen an. „Reben dem orthodoxen Hirsch Hildesheimer faß der Reformer Moritz Levin, neben dem liberalen Gustav Karpeles der nationale Willy Bambus," neben dem Kaufmann der Gelehrte, neben dem Theologen der Jurist, neben dem Historiker der Philosoph. Alle einig in dem Bestreben, die Kenntnis der jüdischen Geschichte und Literatur zu fördern, fern von allen parteimäßigen „religiösen und politischen Tendenzen". Und ihre Mittel: ' Oeffentliche Vorträge und Diskussionsabende; Alljährliche Publikationen, die an die Mitglieder des Vereins gratis verteilt werden sollen,' Errichtung einer Bibliothek und Subventionierung von Werken, die den Zwecken des Vereins entsprechen; Periodische Korrespondenz mit Vereinen gleicher Richtung. Der Verein wuchs zusehends, doch nicht ohne große Schwierigkeiten und dauernde Agitation. Ein Brief von Gustav Karpeles an ein Mitglied des Agitations-Komitees aus dem Jahre 1901 gewährt einen interessanten Einblick in die Bemühungen der Propaganda: „EinVerein, der nicht neue Mitglieder gewinnt, geht von selbst zurück. Ich habe aus der Mitgliederliste ... mit Schmerz, ersehen, daß uns ... im letzten Fahre eine ganze Anzahl Mitglieder verloren gegangen find, und ich zerbreche mir den Kopf darüber, wie wir durch eine geschickte Propaganda wieder zu einer größeren Mitgliederzahl gelangen. Ich habe im ganzen nur 300 Aufrufe verschicken lassen, allerdings an die angesehensten Adressen, an Männer, die von Rechts wegen längst hätten Mitglieder sein