Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Die Juden im Amerika spanischer Zunge
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 153 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 153 — «r als Nachkomme Israels heimlich der Lehre Moses anhänge, bekehrte ihn, seinen Sohn, zu diesem Glauben, so daß er als äußeres Zeichen an sich selbst die Beschneidung vorgenommen habe. Nach dem Tode des Vaters hättet er es für seine Pflicht gehalten, seine drei Schestern über den Glauben ihres Erzeugers aufzuklären. Während eine für das Judentum ein gewisses Verständnis gezeigt habe, wäre dies offenbar bei den beiden andern Isabel- und Philippine nicht der Fall, denn sonst säße er nicht hinter Schloß und Riegel. Silva schloß seine in lateinischer Sprache gehaltenen Erklärungen mit den Worten: „Es gibt nur einen einzigen Gott, und nicht mehrere!" Bei, einer Haussuchung in der Wohnung des Arztes wurden auch hebräische Kalender. Gebetbücher usw. gefunden, so daß es eigentlich nicht recht erklärlich ist, warum man ihn, fast ein Jahr lang im Gefängnis von Concepcion zurückhielt und ihn erst im Juni 1627 der Inquisition zu Lima übersandte. Man sollte nun meinen, daß der Fall so klar gewesen wäre, daß die peruanischen Glaubensrichter nichts weiter zu tun gehabt hätten, als genügend Holz herbeizuschleppen und den verstockten Juden zu verbrennen; aber nein, zwölf volle Jahre lang quälte man den Unglücklichen mit Bekehrungsversuchen, ehe er den Scheiterhaufen besteigen durfte. Warum das Tribunal mit diesem- Arzte so viele Umstände machte, ist allerdings erklärlich.? Zunächst gehörte Franzisco Silva zu den angesehensten Persönlichkeiten Chiles und man erwartete einen großen moralischen Triumph, wenn man ihn durch viele Martern mürbe gemacht, schließlich bekehrt hätte. Vielleicht scheute man sich auch, eine so bekannte Persönlichkeit öffentlich zu verbrennen, und wartete eine offizielle Erlaubnis ab, wieder mit den Judenverfolgungen zu beginnen. Als gleich nach der Einlieferung in Lima der Richter den Angeklagten auf ein Kruzifix schwören lassen wollte, nur die Wahrheit auszusagen, weigerte sich Silva mit den Worten: „Ich bin Jude, mein Herr, und bekenne das mosaische Gesetz. Wenn ich schwören soll, so werde ich es bei dem lebendigen Gotte tun, der Himmel und Erde erschaffen hat und der Hüter Israels ist". Man