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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 151

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Die Juden im Amerika spanischer Zunge
Date
1927-01-01
Page
151 (sequence 13)
Language
German
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- 151 - Sie brauchte darum immer noch nicht ihre Tätigkeit einzustellen, blieben doch immer noch Ketzer, Gotteslästerer, Hexen usw. zu verfolgen. In den bis 1624 abgehaltenen Autodafe erscheinen daher fast gar keine Juden. Es sind ini ganzen nur vier, die auch mit ganz leichten Strafen davon kommen, und charakteristischerweise alle ihrem Berufe nach den unteren Volksschichten angehören. Da gab es einen Schuhmacher (Juan Vicente), einen Kuchenbäcker (Antonio Seul), einen alten Soldaten, der von Chile aus ejngeliefert wurde, namens Luis Noble oder Luis Duarte.^) Bei dem einzigen Kaufmann Gaspar Lopez, der, trotzdem er zugab, von seinen Eltern in jüdischem Ritus aufgezogen zu sein, „ad cautelam" freigesprochen wurde, ist in den Akten ausdrücklich angegeben, daß er ein „mercanchifle" (Krämer, Hausierer) war. Von „ru^roadaros" d. h. Großkaufleuten, Aerzten, Bergwerksbesitzer usw. ist in dieser Epoche nichts zu hören. Die Inquisition mußte notgedrungen die „großen Juden", welche Zutritt zum Kolonialrate hatten, laufen lassen, stng aber ab und zu, um nicht aus der Uebung zu kommen, einen Kleinen, den sie aber ebenfalls aus Furcht vor Protesten seiner einflußreicheren Glaubensgenossen mit ganz ungewohnter Milde behandelte. Möglicherweise half sie sich dabei auch mit einer Kriegslist, um ihre Verantwortlichkeit zu decken. Es soll darübernoch beieinerSchilderungder neugranadiner Inquisition berichtet werden, denn deren Akten lassen dieselbe deutlicher erscheinen als die Dokumente der peruanischen Glaubensrichter. Inzwischen war 1605 Papst Clemens VIII gestorben und 1623 hatte Papst Urban VIII. den Stuhl Petri bestiegen. Derselbe war anderes Geistes Kind wie Clemens, wurde doch durch ihn Galilei wegen seiner „Irrlehren" eingekerkert und verfolgt. Auch König Philipp III. weilte seit 1621 nicht mehr unter den Lebenden, ihm war sein Sohn Philipp IV. gefolgt, der an Fanatismus und Intoleranz seinen Vorfahren glich. So konnte die Peruaner Inquisition auch ohne ausdrückliche Aufhebung des Duldungsdekretes, es wagen, ihre Fürsorge wieder in verstärktem Maße den Söhnen und Töchtern Israels an-

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