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Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur · 1927-01-01 · 28 (1927) · p. 53

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Journal
Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
Volume
28 (1927)
Article
Wie unsere Familiennamen entstanden sind
Date
1927-01-01
Page
53 (sequence 20)
Language
German
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i — 53 — ' feine.Soge berichtet, daß die Priester zu Ehren Alexander des Großen, der nach Jerusalem kam, allen in jönem Jahre neugeborenen Knaben den Namen des Weltherrschers gegeben hätten. So nahm auch eine . jüdische Familie in Breslau den Namen Dohm an. um Christian Dohm, den Verfasser der Schrift „Ueber die > bürgerlicheVerbesserung der Juden" zu ehren. Wohl aus dem gleichen Motiv der Dankbarkeit und Verehrung haben jüdische Familien in Deutschland auch die Namen Dalberg, Lessing, Schiller und vielleicht Klopstock angenommen *“0. Die meisten jüdischen Familiennamen jedoch weisen auf die Wohnstätte und Heimat ihrer Träger hin. Namen wie Hecht. Karpf und Salm, Baum, Blum und Paradies, Traub und Weintraub, Dornbusch und Rosenbusch, Hut und Erünhut, Himmel, Sonn, Mond und Stern waren ursprünglich Hausnamen und wurden zu Familiennamen. Gleich den Dichternamen Walther von der Vogelweide und Hartmann von der Aue erzählen auch jüdische ' Familiennamen, wie Fischhof und Schulhof, von der Wohnstätte ihrer Träger und der Lage der Häuser, in denen sie lebten. Wer im Tale wohnte, nannte sich Thalmann, und wer am Berge, erhielt den Familiennamen: Amberg, Irnberg, Auffenberg, van Bergh oder Bergmann (französisch Dumont). In dieselbe Klasse gehören die Familiennamen: Bachmann', Brückmann, Busch und Buschmann, Struck (Strauch) und Struckmann, Heidemann, Waldmann, Dorfmann und Lachmann (Grenzstein, mittelhochdeutsch läche). Ungefähr 41°/« der jüdischen Familiennamen in Baden sind Ortsnamen °°). Das Gleiche trifft wohl auch in anderen Ländern zu. Luther schreibt: „Ist doch keine Stadt, kein Dorf, es hat Namen und Gassen von Jüden". Fast in jedem deutschen Orte lebten einmal Juden. So find zahllose Ortsnamen zu Familiennamen geworden. Die Familiennamen Worms, Wormser und Wurmbser, Speyer und Spiro, Minz, Mainz und Mainzer erzählen von Familien, die aus den ältesten jüdischen Gemeinden

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