Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Achad Haam
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 33 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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— 33 — Abends wollte er abreisen. Er hatte mir seine bevorstehende Abreise schriftlich mitgeteilt, da er glaubte, daß wir uns nicht mehr sehen würden. Sein ständiger Begleiter ging hinter uns mit meinem Sohne, und jener erzählte von den schweren Leiden, die Achad Haam zu erdulden hatte. Er suchte sich nach Möglichkeit zu beherrschen, aber er litt damals entsetzlich. Seit dem Abschiede erhielt ich noch von ihm eine Reihe von Briefen, teils aus London, teils aus Palästina, wo er seine letzten Jahre verlebte. Ihr Inhalt war, soweit er seinen Gesundheitszustand betraf, wenig tröstlich. Bezeichnend aber ist sein letzter Brief an mich, in dem er für die Glückwünsche, die ich ihm zu seinem 70. Geburtstag schrieb, und für ein Buch, das ich ihm aus diesem Anlatz dedizierte, herzlich dankte. Gerade dieser Brief ist hoffnungsvoller gehalten. Allerdings schrieb er ihn nicht selbst. Es war das erste Mal, dätz er einen Brief an mich diktierte. Am Schluß gab er sich Mühe, einige Zeilen selbst zu schreiben. Er schrieb mit Bleifeder, und die Worte sind kaum zu entziffern. Diesen letzten Brief erhielt ich einige Wochen vor seinem Tode. 3