Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 28 (1927)
- Article
- Rückblick auf das Jahr 5687
- Date
- 1927-01-01
- Page
- 6 (sequence 6)
- Language
- German
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s — subventioniert werden. Der Reichsverband wird, voe allem Fragen der Reichsgesetzgebung zu behandeln haben, unter denen heute die des Schächtens im Vordergründe steht. Stärker als je hat die Agitation dagegen eingesetzt, sie wird möglichst so geführt, daß sie nicht als Bedrohung der Gewissensfreiheit der Judeu erscheint, daher audj z. B. in katholischen Kreisen nicht mehr jene einmütige Zurückweisung erfährt, auf bist man früher rechnen durfte. Sie ist durch die Internationale des Hasses auch außerhalb Deutschlands erfolgreich verbreitet worden. In Norwegen konnte ein Schächtverbot mit knapper Not abgewehrt werden. Auch 3)er Board of Deputies im Britischen Reiche muß ständig diesem Kampf seine Aufmerksamkeit widmen: England hat ja ebenfalls seine Völkischen, die zwar ohne Einfluß^ aber doch in der Lage sind, die öffentliche Meinung in Atem zu halten. Eine Erschütterung hat die Internationale des Hasses durch die Sinnesänderung Henry Fords erfahret. Ob Gelder dieses reichsten Mannes der Welt direkt füx antisemitische Agitation in Europa verwendet wurden, wie man äst behauptet hat. ist schwer festzustellen,— aber die seit 1920 von seinen Angestellten im Dearborn Independent, dem in Millionen. Exemplaren unentgeltlich verschickten Organ der Fordschen Fabriken, verbreiteten Lügen über die Juden, die in dem Buche „Der Internationale Jude" gesammelten und in viele Sprachest Übersetzten Aufsätze sowie die Anerkennung der berüchtigten „Protokolle der Weisen von Zion" haben der antisemitischen Propaganda in der ganzen Welt ungeheuren Vorschub geleistet. Um so überraschender wirkte es, als Henry Ford im Juli 1927 öffentlich bekannte, irregeführt worden zu sein und seine bisherige Haltungzu bedauern. In einem Briefe an Louis Marshall, den Führer der amerikanischen Judenheit in ihrem Kampfe üMs Recht, schreibt er über seine Veröffentlichungen: „Vertrauenswürdige Freund«, mit. denen ich jüngst diese Fragen besprach, haben mir in aller Aufrichtigkeit versichert, daß nach ihrer Meinung die Art der Anklagen und B^chuk» diguntzen gegen die Juden als Individuen .und Gesamtheit