Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Louis Loewe
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 160 (sequence 13)
- Language
- German
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160 — Begebenheiten des Volkes Israel, im Laufe des für die Juden so wichtigen Jahrhunderts, auf Grund seiner Erlebnisse wahrheitsgetreu zu überliefern. Daher übertrug er Loewe die Aufgabe, feine Tagebücher zu veröffentlichen testamentarisch, der damit den Abend seines episodenreichen Lebens zu verbringen gedachte. „The Diaries of Sir Moses and Lady Montefiore“ sind daher eine treue Wiedergabe der „ipsissima verba“ von Montefiore und bilden so ein auf Quellen beruhendes jüdisches Geschichtsbuch des 19. Jahrhunderts, zu dessen Redaktion nicht weniger als 6 Tagebücher von Lady Montefiore, 86 Tagebücher von Sir Moses, von 1814 bis 1883, und sämtliche dazu gehörigen Originalurkunden Loewe zu Gebote standen. Nach dem Tode Montefiores siedelte Loewe mit seiner Familie nach London über und wollte nach Herausgabe der Tagebücher sich mit der Veröffentlichung seiner eigenen Manuskripte befassen. Unter letzteren z. B. befinden sich die Manuskripte aller seiner englisch vorgetragenen Deraschot im College, deren eigentlicher Zweck es war. den dortigen russischen Rabbinern zu zeigen, wie man die althergebrachten Talmuddisputationen mit allem Pilpul und Charifut auch im klassischen Englisch vortragen kann. Am 24. November 1889 (Rosch chodesch Kislew 56501 entschlief Loewe, ein Mann, dessen Geistesgaben uno Charaktereigenschaften ihm höchste Erfolge in der Wissenschaft und eine glänzende Stellung in der Gesellschaft gebracht hätten. Er hat den Weg gewählt, auf dem er seinen Glaubensgenossen und dem Judentum am besten dienen konnte. Er und sein Haus waren strenggläubige Juden, die in Glaubenskraft keinem Frommen, im Adel des Wesens und Tuns keinem Edlen nachstanden. Für Louis Loewe gilt das Wort Salomos (22,29): „Siehst du einen Mann, geübt in seiner Kunst — vor Könige stelle er sich ... "