Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Louis Loewe
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Louis Loewe. j Ein Lebensbild von Jefsie Kurrein, Teplitz. Schönau. J Tatsache, daß ein Mensch 39 Sprachen in Wort und Schrift beherrscht, ist ausreichend, ihn für Mit- und Nachwelt interessant zu machen. Der Mann, der 39 Sprachen sprach und schrieb, ist vr. Louis Loewe gewesen. Mit vollem Rechte sagte darum ein zeitgenössischer Biograph von ihm: „Es kann gar kein Zweifel bestehen, daß seit dem Tode des großen Mezzofanti kein lebender Sprachforscher diesem so nahe gekommen ist als der, der der Gegenstand dieser Biographie ist. Man darf ihn einen Riesen auf dem Gebiete der Sprachkenntnis nennen, einen Briareus der Sprachen." Für dieses rühmliche Urteil mag eine Schilderung des Werdeganges und Wirkens Loewes den Berechtigungsnachweis bringen, aber gleichzeitig die Größe der Persönlichkeit selbst festhalten. Aus bescheidenen Anfängen, ohne materielle Mittel und Protektion ist Loewe von Stufe zu Stufe emporgestiegen, in die höchsten und angesehensten Gesellschaftskreise gelangt, stets geachtet und gewertet worden, so daß man ebenso über die Gaben seines seltenen Geistes staunen muß wie über die Fähigkeit, höchsten Persönlichkeiten zu imponieren und sie zu Freunden zu gewinnen. Louis Loewe (Elieser halevi) wurde am 24. Juni 1809 (10. Tammus 6569) als Sohn des großen Talmudgelehrten Rabbi Mordechai halevi (Marcus Jacob Loewe) in Zülz in Schlesien geboren. Der Vater erzog den Knaben zu Gottesfurcht und unterrichtete ihn in frühester Jugend in der Bibel, so daß sie der Knabe bereits mit sechs Jahren fast ganz auswendig kannte. Der Vater erkannte, daß sein Sohn ein Gedächtnis von wunderbarer Stärke besaß, und begann ihn in Rosenberg, wo er inzwischen zum Rabbiner bestellt worden war, nun auch im