Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Journal
- Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur
- Volume
- 27 (1926)
- Article
- Mark Antokolski
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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111 Wenn die äußeren Lebensumstände Antokolskis, die Haltung seiner stiefmütterlichen Heimat vor allem, sein Herz verbittert haben, seinem Volke ist gerade dadurch sein idealer Flug per aspera ad astra, sein Weg durch Dornen zum Siege, ein Quell des Trostes geworden. Antokolski hat gezeigt, daß der Jude stärker ist als sein trauriges Schicksal, daß seine Stammestreue sich gegen alle Feindschaften und selbst gegen die mächtigsten Hemmungen endlich doch durchsetzt. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schrieb 1897 zu Antokolskis 25jährigem Künstler-Jubiläum über den Meister: „Die jetzige Sympathie auch des großen russischen Publikums für Antokolski, obwohl er ein Jude ist, beweist wohl am besten, daß ein großer Künstler noch immer sich allgemeine Anerkennung zu erzwingen weiß. Gebuhlt hat Antokolski um sie nie und am wenigsten in seinem Vaterlande, wo er nur selten Ausstellungen veranstaltete und an den Jahresausstellungen fast nie sich beteiligt hat." Solche Worte an solcher Stelle bilden ein Lob, wie es für einen Juden wohl nicht glänzender ausfallen kann. Mit Stassof dürfen wir sagen: „Das jüdische Volk hat allen Grund, auf Antokolski stolz zu sein/IM